Lauter Zwirnknöpfe

Kleine Schmuckstücke

Eine Zwirnknopfbrosche aus Graz hat mein Interesse geweckt - ich wollte wissen, ob ich auch solche Zwirnknöpfe nähen kann, und siehe da, sie gelingen mir jetzt schon richtig gut! Ich probiere immer neue Varianten aus und so sind keine zwei gleich. Die meisten haben einen Durchmesser von ca. 4 cm und ich mache auch hauptsächlich Broschen daraus. Sie eignen sich gut als hübscher Blickfang auf einem Mantel, einer Jacke oder festen Stofftasche.

 

Auf Anregung einer Kundin nähe ich die Zwirnknöpfe inzwischen auch auf einfachen Haarspangen auf.

Zwirnknöpfe für Ihre Weste, Bluse oder Tracht

Drei Sorten Zwirnknöpfe von mir gibt es lose im Hartberger Handarbeitsgeschäft Josef Faustmann (gegenüber vom Bauernmarkt), erstellt mit waschbaren und lichtechten Baumwollgarnen über Ringerl aus Aluminium bzw. Edelstahl, Durchmesser 16 bzw. 18 mm. Damit können Sie Ihre Weste, Bluse oder Tracht selber verzieren. Kleinserien kann ich für Sie auch nach Ihren eigenen Farbvorstellungen erzeugen.

Zur Geschichte der Zwirnköpfe

Zwirnknöpfe wurden lange Zeit als Wäscheknöpfe verwendet. Im Jahr nach dem Wiener Börsenkrach wurde 1874 im mährischen Potštejn/Pottenstein im Adlergebirge die erste Zwirnknopfwerkstatt gegründet, um der Bevölkerung zu helfen, die Folgen der ökonomischen Krise zu bewältigen. Die Initiative dazu kam vom jungen Seelsorger und Prediger Albert Eugen Edmund Schmidt (1844-1914); selber nennt er sich Eugen Schmidt. Er baute damals in Potštejn die erste Gemeinde der Erneuerten Böhmischen Brüdergemeine auf, die nach dem Protestantenpatent 1861 wieder offen leben konnte. Seine Mitstreiterin in Sachen Zwirnknöpfe war Schwester Berta Boullaire, die sich dazu der Unterstützung von Mitarbeitern aus dem Betrieb G. van Wees & Weiß versicherte, einem Betrieb im Besitz der Brüdergemeinde Zeist in den Niederlanden. Die Familien der handwerklich geschickten Weber und Spitzenmacher in Potštejn und Umgebung eigneten sich das Knopferlnähen rasch an. Die Zwirnknöpfe wurden zunächst für den englischen Markt produziert. In Böhmen und Mähren bis hinunter ins Waldviertel entstanden weitere Unternehmen, die sich der Erzeugung von Zwirnknöpfen widmeten. Wenige bestehen noch. Seit einigen Jahren kommt es ausgehend vom Mühlviertel in Oberösterreich zu einer Renaissance des Zwirnknopfs als Kunsthandwerk.